Donnerstag, 29. August 2013

28. Reisetag: 28.08.2013 St. Goar - Budenheim

Wir starten in St. Goar bei Rheinkilometer 557 um 11 Uhr 55. Die Crew der Marlin ist schon gegen 8 Uhr am Morgen losgefahren, denn sie müssen sich mit ihrem Stahlverdränger mit 5 km/h den Rhein hinaufarbeiten. Wir haben es da etwas einfacher und können die Rückreise später angehen.
Nachdem wir ausreichend gefrühstückt und das Boot etwas aufgeräumt haben, machen wir uns im Gleitflug Richtung Budenheim, Rheinkilometer 512 auf.
Es ist viel Verkehr, die Berufsschiffer sind vermehrt unterwegs und man merkt deutlich den Unterschied zur Mosel und den ruhigen Kanälen. Wir passieren die Loreley, die Burgen am Mittelrhein, die Pfalz bei Kaub und natürlich den Mäuseturm in Bingen. Die Heimat hat uns wieder!
In Ingelheim werden wir von unserem Begleitschutz, der Condor und Freunden in Empfang genommen und begleiten uns in unseren Heimathafen.
Dort gab es dann von den Daheimgebliebenen einen schönen Empfang mit Gegrilltem und Salaten. Wir nehmen noch den einen oder anderen Drink und erzählen unsere Urlaubserlebnisse. Ein schöner Tag und ein schöner Urlaub geht zu Ende und wir beschließen den Abend bei Mirabelle und Grappa.

Mittwoch, 28. August 2013

27. Reisetag: 27.08.2013 Ehrenbreitstein - St. Goar

Nachdem die Vorräte an Brot und Brötchen aufgefüllt sind, wird nochmals über das Bergen des Pfannendeckels beratschlagt. Wir entscheiden, den Deckel im Wasser zu lassen, denn ob man ihn noch mal ohne hygienische Bedenken wieder benutzen würde? Ich weiß es nicht, ich habe meine Zweifel.
Wir legen gegen 11 Uhr bei Rheinkilometer 591 ab und fahren den Rhein hinauf Richtung St. Goar, das soll unser heutiges Etappenziel sein (Rheinkilometer 557). Es ist heute viel Verkehr. Das kann daran liegen, dass wir durch Mosel und die Kanäle mit wenig Verkehr entwöhnt sind, oder einfach daran, dass es Werktag ist und der Rhein nun mal eine Binnenschiffahrtsstraße ist, die stark vom Güterverkehr geprägt ist.
Der viele Verkehr und das Schaukeln durch die Wellen anderer Schiffe bewegt uns auf der Unique in Gleitfahrt überzuwechseln. Wir sind dadurch natürlich schneller aber jetzt machen wir die Wellen!
Gegen 13 Uhr 20 legen wir dann in der Funboat-Marina in St. Goar an und kommen gleich ins Gespräch mit einem Bootsmenschen aus Eckernförde, der von dort aus ins Mittelmeer gefahren ist und sich nun auf dem Heimweg befindet. Es sind immer wieder interessante Gespräche und man kommt einfach schnell in Kontakt.
In der Funboat-Marina gibt es sanitäre Anlagen. Die Duschen kosten für 4 Minuten 1€, man glaubt gar nicht, wie lange 4 Minuten sein können. Der Hafenmeister lässt sich heute nicht blicken, wir versuchen an Strom ranzukommen, werfen 1€ in den Automaten, aber es tut sich nichts. Ich bin schon etwas säuerlich, weil mein Händi nach Futter schreit und nun kein Strom in Sicht ist. Aber plötzlich am Abend leuchtet die Uhr vom Backofen und Strom ist da. Alles bestens!
Wir steigen mit Moni und Chris - die ein paar Stunden später ankommen als wir- nach dem Anlegedrink auf die Burg Rheinfels rauf und genießen den Blick. In der Fußgängerzone, im Hotel Am Markt nehmen wir typisches deutsches Essen zu uns, Rheinischer Sauerbraten mit Rotkraut und Klößen und sind zufrieden. Den Absacker nehmen wir auf der Marlin und kommen auch wieder mit unseren Freunden über whatsapp in Kontakt.

Dienstag, 27. August 2013

26. Reisetag: 26.08.2013 Cochem- Ehrenbreitstein

Nachdem an Schlafen nun wirklich nicht mehr zu denken war, frühstücken wir und verlassen diesen unheiligen Ort alsbald. Konkret legen wir gegen 9 Uhr 50 bei Moselkilometer 21,3 ab. Die nassen Klamotten der Schleusungen und des Anlegemanövers von gestern sind noch nicht getrocknet. Die Fender werden wieder in Standardstellung gebracht, 3 steuerbord, 3 backbord.
Wir passieren die Schleusen Müden (Sportbootschleuse) und Lehmen und Koblenz!
Die letzten der 123 (!) Schleusen dieser Reise sind geschafft! Wir fahren am Reiterstandbild Kaiser Wilhelms vorbei und sind wieder in heimischem Gewässer. Das ist nun das untrügliche Zeichen dafür, dass die Ferien bald ein Ende haben werden und wir auf dem Heimweg sind.
Von unseren Freunden haben wir für die Route Sauerkraut bekommen, das wir am Abend mit selbstgemachtem Püree und Würstchen vertilgen wollen.
JM hat den Auftrag übernommen, die Würstchen in unserer Pfanne zuzubereiten. Beim Servieren der Würstchen fällt ihm der Deckel der Pfanne zwischen den Booten ins Wasser. Wir beratschlagen, wie der Deckel geborgen werden kann. Zum Essen gibt es einen oder zwei gut gekühlte Chardonnay und wir sind rundum zufrieden.

25. Reisetag: 25.08.2013 Traben-Trarbach - Cochem

Wir legen bei Moselkilometer 107,1 in Traben-Trarbach bei Nieselregen ab und haben zunächst 2 Stunden Wartezeit an der Schleuse Enkirch. Das liegt an einem uneinsichtigen Berufsschiffer, der ohne Aufforderung des Schleusenwärters einfach in die Schleuse einfuhr und zu Berg geschleust werden wollte. Ein Passagierschiff hatte sich offensichtlich vorher schon für die Bergschleusung angemeldet und hatte Vorrechte. Der Schleusenwärter wollte den Berufsschiffer (noch) nicht hochschleusen und der Berufsschiffer wollte die Schleuse nicht verlassen. Also eine klare Patt-Situation, die uns andere Boote zunächst zum Warten nötigte. Als uns das alles zu lang dauert, beschließen wir, die Sportbootschleuse zu nutzen und somit unsere Weiterreise zu sichern. Wir fahren bei Regen weiter in Richtung Cochem, Moselkilometer 51,3 und legen dort gegen 17 Uhr 30 an. Dort ist Weinfest und wir können nicht an den eigentlich vorgesehenen Stellen anlegen. Mangels Poller machen wir die Boote mit Erdhaken fest. Wir werden von erfahrenen Bootsfahrern gewarnt, dass nachts Schiffe durchdonnern und durch den Sog- und Wellenschlag (der übrigens hier zu vermeiden ist) die Erdhaken aus der Erde herausgezogen werden. Wir machen die Boote fest und begeben uns in die Stadt zum Essen. Uns wird ein tolles Feuerwerk geboten und wir beschließen den Abend nach diesem atemberaubenden Schauspiel.
Um 4 Uhr 20 werden Jürgen und ich vom Wellenschlag eines vorbeirauschenden Berufsschiffs geweckt. Wir schauen aus der Luke und stellen fest, dass unser vorderer Erdhaken samt Vor- und Mittelleine aus der Verankerung gerissen ist und unser Boot mit dem Bug rechtwinklig zum Ufer im Fahrwasser dümpelt. Alle Alarmglocken sind an, Adrenalin pur! Wir bergen den Erdhaken samt Leinen aus dem Wasser und ziehen das Boot ans Ufer und befestigen es erneut. Ein erneutes Einschlafen ist in dieser Nacht nicht mehr möglich. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn wir nicht wach geworden wären!


Samstag, 24. August 2013

24. Reisetag: 24.08.2013 Neumagen-Dhron - Traben-Trarbach

Unsere Reisebekannten müssen heute zurück zu ihrem Heimathafen nach Schwebsange und wir verabschieden uns gegen 9 Uhr 30 am Morgen von ihnen. Laut Online-Wetterdienst soll gegen halb elf eine Regenfront aus Frankreich über uns hereinstürzen. Wir machen soweit alles abfahrbereit, um nicht auch noch nass starten zu müssen. Die Schleusenwärter sollen nach unseren Quellen nicht am Wochenende streiken, so dass wir versuchen werden, heute wieder möglichst weit zu kommen, um rechtzeitig nach Plan zu Hause anzukommen.
Wir passieren heute insgesamt 3 Schleusen bisTraben-Trarbach. Dort findet eine Ruder-Regatta statt, in die wir prompt hinein geraten. Dank der Wasserschutzpolizei können wir mit vermindertem Tempo an der Regatta-Strecke vorbei und kommen gegen 16 Uhr 15 im Hafen Traben-Trarbach bei Regen an. Es ist ein kleiner, aber feiner Verein etwa 2km außerhalb des Ortes und wir sind wieder bestens untergebracht. Es gibt dort eine Dusche und sanitäre Anlagen, die Hafenmeisterin ist sehr nett und hat uns freundlich aufgenommen. Nach einem kleinen Spaziergang mit dem Hund bereiten wir uns auf das Abendessen vor, heute Pasta alla Norma. Wir beraten noch die Einkaufsliste für die bevorstehende Geburtstagsliste unseres Schwagers in Bayern und enden gegen 23 Uhr.


23. Reisetag: 23.08.2013 Saarburg - Neumagen-Dhron

Bei Saarkilometer 11,6 (Sportboothafen Saarburg) legen wir nach einem ausiebigen Frühstück (Rührei zum Selberbasteln) gegen 11 Uhr ab. Die Schleuse Kanzem, die letzte Schleuse der Saar in Richtung Mosel ist in Betrieb. Wir erfahren dort, dass auch die Schleuse Trier in Betrieb ist und fahren deshalb munter weiter. Wir lassen uns überraschen, was der Tag uns noch so bringen wird. Die Internetverbindung ist auf der letzten Saarstrecke schlecht, ich kann meinen Post nicht speichern. Ab Konz wird es besser.





Wir können die Schleusen Trier und Detzem ohne Porbleme passieren und landen für diesen Abend in Neumagen-Dhron, wo wir im Yachthafen Bekannte treffen, die wir vor ein paar Wochen auf unserer Route kennengelernt haben.
Die Duschen in diesem Yachthafen sind wunderbar und auch ansonsten ist alles wieder prima. Wir gehen zum Abendessen zum Römer-Kastell, eine Empfehlung unserer Reisebekanntschaft und zum Weingut Böhmer, wo wir noch einen leckeren Wein zu uns nehmen.
Am späten Abend fallen wir wieder in die Kojen bei Moselkilometer 152,8.

Freitag, 23. August 2013

21. Reisetag: 21.08.2013 Merzig

Die Schleusenwärter streiken tatsächlich heute seit 0 Uhr, allerdings ist die Schleuse Mettlach bis 14 Uhr in Betrieb, weil sie Beamte einsetzen, die bekanntermaßen nicht streiken dürfen. Wir entschließen uns dennoch für einen "Ruhetag" in Merzig und begeben uns zunächst einmal in die Stadt, um die Shoppingbedürfnisse von uns Damen zu befriedigen. Das ist allerdings nicht von langer Dauer. Nach ca. einer Stunde schlägt Chris vor, die Stadt zu verlassen und einen Ausflug in den Wolfspark zu machen. Der ist im Wald außerhalb von Merzig. Wir haben kein Auto und die Räder sind für den Aufstieg nicht geeignet. Ich habe Flip Flops an, lass mich dadurch aber nicht einschüchtern. In der Stadt besorgen wir uns noch Sandwiches, irgendwie vergessen wir aber, was zu trinken zu besorgen.

Wir nehmen den steilen Aufstieg zur Kapelle, denn dort ist ein Cache versteckt, den wir vor den Wölfen noch heben wollen. Es ist wieder superwarm und wir bekommen Durst. Ca. 1,5km abseits von unserem weg zu den Wölfen soll ein Lokal sein und wir nehmen den Umweg in Kauf, um etwas zu trinken zu bekommen. Bis zu dem Lokal bei den Wölfen selbst wären wir wohl verdurstet. Das Lokal heißt Ellerhof und hat sogar Übernachtungsmöglichkeiten.
http://www.ellerhof.de/
Es liegt abseits von Merzig an einem schönen Hang mit Aussicht auf die Stadt. Wir kommen um 14 Uhr 30 an und müssen den ausgehängten Öffnungszeiten entnehmen, dass das Lokal seit 14 Uhr geschlossen ist. Tiefe Enttäuschung macht sich breit, der Weg soll umsonst gewesen sein? Draußen sitzen noch Gäste und wir treffen tatsächlich die Wirtsleute an, die uns freundlich empfangen und unseren Durst zu stillen helfen. Für Luna gibt es auch leckeres frisches Wasser und wir sind dankbar für diese Pause. Die Wirtsleute sind supernett und beraten uns in unserem weiteren Weg und haben noch den einen oder anderen Tipp: Das Lokal bei den Wölfen ist seit ein paar Jahren geschlossen. Fazit: Wir wären verdurstet!

Gestärkt machen wir uns auf den Weg zu den Wölfen und die Mühe hat sich gelohnt. Der Wolfspark beherbergt einige verschiedene Arten von Wölfen und ist ein Besuch wert!
http://www.wolfspark-wernerfreund.de/

Den Abstieg gestalten wir etwas kürzer, diesmal nicht durch den Wald, sondern die Straße entlang, dennoch 3,5 km bis zum Hafen. Moni und ich machen noch einen Einkaufsschlenker und einen zu den Duschen und dann wollen wir uns bei einem guten italienischen Essen für unser Tagwerk des "Ruhetages" belohnen. Wir haben schon von dem Italiener gehört, dass alles frisch gemacht wird und wir freuen uns mächtig darauf. Der Italiener ist direkt am Hafen und so haben wir nicht mehr einen so weiten Rückweg.
http://www.yachthafen-merzig.de/leistungen.htm

Das Essen ist wirklich wie versprochen klasse und wir genießen den Abend bei einem schönen Rotwein. Carpaccio und Tagliatelle mit Steinpilzen. Für die Männer gibt es Zander, sehr lecker! Obwohl ich bisher kaum Fisch esse, schmeckt mir das sehr gut und ich werde es zu Hause mal probieren.

22. Reisetag: 22.08.2013 Merzig – Saarburg



Die Schleusenwärter streiken zwar noch, jedoch können wir die Schleuse Mettlach bis 14 Uhr befahren und die beiden letzten Schleusen der Saar sollen mit Beamten besetzt sein.
Wir legen um 10 Uhr in Merzig bei Saarkilometer 44,2 ab und nehmen die Schleusen Merzig und Serrig. Da Saarburg laut Reiseführer ein sehenswertes Städtchen sein soll, begeben wir uns in den Sportboothafen Saarburg.



  Wir werden dort wieder sehr freundlich empfangen und trinken später dort auch noch ein Bierchen mit Vereinsmitgliedern.
Es gibt dort Wasser und Strom, auch Waschmaschine, Trockner und Duschen. Es empfiehlt sich, da diese Einrichtungen mit Automaten betrieben werden, ausreichend 1€-Münzen dabei zu haben.
Wir machen einen Fußmarsch von ca. 2 km nach Saarburg und bestaunen den Wasserfall und die drei Mühlräder. Von der Burg aus hat man einen schönen Blick in das Saartal.
Zurück im Hafen grillen wir noch unser leckeres Fleisch und lassen den Abend ruhig ausgehen.

Dienstag, 20. August 2013

20. Reisetag: 20.08.2013: Wittring (F) - Merzig (D)

Wir starten am Morgen gegen 11 Uhr gemütlich bei Saarkanalkilometer 52 in Wittring und begeben uns in Richtung Deutschland. In Frankreich passieren wir die Schleusen 23 - 30 und gehen vom Saarkanal in die Saar über. Der Saarkanal endet hier bei Kilometer 75,6. Dies übrigens noch in Frankreich. Kurze Zeit später passieren wir die französisch-deutsche Grenze. Die Saar beginnt bei Kilometer 94,1.

An der ersten Schleuse erfahren wir, dass die Schleusenwärter der Saar und der Mosel ab heute Nacht um 0 Uhr streiken wollen.
 http://www.t-online.de/regionales/id_65049366/schleusenwaerter-nehmen-streik-an-mosel-saar-und-lahn-wieder-auf.html
Wir sind also davon betroffen und beschließen, soweit zu fahren, wie es nur geht. Von Saarbrücken bis Mettlach schätzen wir ca. 60 km und 4 Schleusen. Es ist schon 15 Uhr 30 am Nachmittag. Wir wollen sehen, wie weit wir kommen.

In Saarbrücken hat uns dann die Zivilisation wieder. Während wir in Frankreich auf kuscheligen, ruhigen Kanälen fuhren, haben wir jetzt die Autobahn neben uns und Unmengen von Leuten am Ufer. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Willkommen zurück!
Am 29.08.2013, also in mehr als einer Woche,  wollen wir zu Hause zurück sein. Nach unserem Zeitplan müsste das zu schaffen sein, wenn sich die Schleusenwärter daran halten, "nur" 3 Tage streiken zu wollen. Wir werden es sehen...

Auf der Saar fahren wir dann noch drei Schleusen bis einschließlich Rehlingen und können in Merzig im Yachthafen bei Saarkilometer 44,2 unterkommen. Wir legen um 20 Uhr 20 an und sind froh, noch ein Plätzchen gefunden zu haben.

Ab heute Mitternacht werden die Schleusen bestreikt und wir können erst weiter, wenn die Schleuse Mettlach, vor der wir jetzt quasi liegen, wieder frei ist. Die nachfolgenden Schleusen sollen durch Beamte besetzt sein, die bekanntlich nicht streiken dürfen. Wir hoffen das Beste. Fürs Erste quartieren wir uns im Yachthafen ein und gehen erst mal zum Essen ins Brauhaus. Sehr zu empfehlen übrigens. Für die weiteren Tage in Merzig planen wir Landausflüge bis zum Ende des Streiks.

Übrigens geht seit unserer Grenzüberschreitung What's app wieder und wir sind wieder mit unseren Freunden verbunden. Einen lieben Gruß in die Heimat!
Nach dem Abendessen treffen wir noch einheimische Angler, die uns verraten, dass es in unserer Heimat viele Zander zu fangen gibt. Was man so alles erfährt, wenn man auf Reisen ist... Gute Nacht, John-Boy, gute Nacht, Mary-Anne...


19. Reisetag: 19.08.2013 Port de Houillon – Mittersheim

Am frühen Morgen fängt es zu regnen an, und die Sache sieht zunächst trostlos aus. Wir schauen uns im Internet den Regenradar an und stellen fest, dass es nur ein Regenband ist, das gegen 10 Uhr 30 bei uns durch sein müsste. Wir beschließen also, im Dorf einkaufen zu gehen und gemütlich zu frühstücken. Bis dahin dürfte der Regen vorbei sein und wir können losfahren. Gesagt, getan. Gegen 11 Uhr 30 legen wir bei Saarkanalkilometer 20, 23°C und etwas Regen ab.

Die heutige Etappe führt uns über 9 Schleusen vorbei am Ètang du Stock und unheimlich schönen anderen Weihern vorbei durch ein kurzes Stück Elsass wieder nach Lothringen. Wir stellen fest, dass die Schleusen ab dem Elsass renoviert werden und teilweise sogar neue Einfassungen erhalten haben. Insgesamt sind die automatischen Schleusen in den von uns befahrenen Kanälen mit wenigen Haltemöglichkeiten bestückt. Auf der einen Seite befindet sich meistens eine Leiter, auf der anderen Seite nur Poller auf der oberen Kante. Die Schleusen sind für Pénichettes gebaut, nicht für mehrere Boote. Deshalb auch die wenigen Haltepunkte.

Nach 9 Schleusen kommen wir gegen 16 Uhr 30 in Wittring, an einem kleinen Sportclubhafen (Club nautique l’eau reine) bei Saarkanalkilometer 52 an. Wir werden freundlich empfangen und kommen mit den Einheimischen schnell ins Gespräch.

Die Skipper gehen vor dem Abendessen noch mal auf Cachejagd am Kapellchen auf dem gegenüberliegenden Berg. Wir müssen noch mal recherchieren, was es mit dem Hundegrab von Snoopy dort auf sich hat. Wir Damen bereiten das Abendessen vor, nicht ohne dazu einen Kochwein zu genießen.

Diesmal gibt es Hähnchencurry mit Reis, die Segelfreunde kennen das schon. Von dem gekochten Kilo Reis werden wir noch die nächsten Tage zehren, denn der Jugendherbergstopf war voll. Wir lassen den Abend gemütlich ausklingen und fallen hundemüde in unsere Kojen.

Wir zahlen für das Boot eine Anlegegebühr (Spende) i. H. v. 7€, fürs Duschen pro Person 2€. Strom geht nach Verbrauch, der hält sich für 2 Boote bei 2,50€ für die Nacht auch in Grenzen.

Montag, 19. August 2013

18. Reisetag: 18.08.2013 Port de Houillon -Mittersheim 

Wir starten heute bei Port de Houillon, Saarkanalkilometer 2,0 um 10 Uhr und passieren sagenhafte 13 (!) Schleusen. An Schleuse 1 bekommen wir wieder eine neue Fernbedienung ausgehändigt. Wir machen etliche neue Bekanntschaften mit Kanalreisenden, die wir im Laufe des Tages immer wieder treffen. An Schleuse 8 gibt es Reste von Spagetthi all’arrabiata vom Vortag – wieder sehr lecker.

Es regnet und wir befürchten, dass es noch schlimmer werden könnte. Es wird aber nicht. An Schleuse 9 warten wir wieder. Nun, nach dem Regen und der Warterei an den Schleusen kommen wir in Mittersheim an. Wir legen gegen 16 Uhr 15 an und entscheiden uns wegen der Frühe des Nachmittags für eine Mittagsmischung eines Cocktails.

Das uns als mittelalterliches Dorf verkaufte Städtchen ist nichts von alledem. Wir gehen am Nachmittag noch ein bisschen spazieren und machen noch zwei Caches. Das empfohlene Restaurant lassen wir links liegen und essen im Café du Port zu Abend. Hier gibt es Pizzas und Flammkuchen. Nicht allzu viel Auswahl aber trotzdem zum Sattwerden.

Anlegegebühr zahlen wir keine. Duschen kann man für 2€ in einem Holzhaus vor der zweiten Schleuse, leider nicht so gut ausgeschildert. Für Strom und Wasser sind Automaten mit €-Münzen vorgesehen. Wir haben anscheinend Glück, denn für Strom und Wasser zahlen wir hier nichts. Vielleicht hat jemand das System nicht verstanden und wir profitieren davon?

Samstag, 17. August 2013

17. Reisetag 17.08.2013 Niderviller-Altmuhl – Port de Houillon

Wir legen gegen 10 Uhr bei Kanalkilometer 247,2 ab und fahren durch die beiden Tunnels Richtung Schiffshebewerk Arzviller. Der erste Tunnel ist ca. 470m lang, der zweite über 2km. Während der erste ausreichend beleuchtet ist, funktionieren im zweiten Tunnel nicht alle Lampen, so dass es sinnvoll ist, eine wirklich gute Taschenlampe zur Ausleuchtung der Strecke mitzunehmen. Zwischen den Tunnels gibt es keine Wendemöglichkeit.

Wir betrachten uns den Schaden am Schiffshebewerk und es ist nicht nur das Tor, sondern auch der Beton der Hebeanlage selbst in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach deren Angaben wird die Anlage in dieser Saison nicht mehr betriebsbereit gesetzt werden können. Nach nochmaligem Passieren der Tunnels stellen wir fest, dass der Antrieb der Unique aus dem Wasser herausragt und der Schalter zum Absenken nicht mehr funktioniert. Wir legen an und machen eine Reparaturpause. Zunächst hat es den Anschein, als sei eine Sicherung kaputt. Dies wird jedoch nach näherer Analyse nicht bestätigt, der Schalter ist kaputt. Unsere Männer zücken kurzerhand den Werkzeugkasten und bringen den Antrieb wieder in die korrekte Stellung. Zu Hause wird der Schalter dann ersetzt werden. Wir gehen davon aus, dass die Reise mit dieser Maßnahme bis nach Hause uneingeschränkt weiter gehen kann.

Auf dem Kanal sehen wir einen Reiher, der uns immer wieder begleitet und mit uns auf einem Streckenabschnitt ein regelrechtes Wettrennen fliegt. Am Kanalrand sehen wir vor dem Abzweig zum Saarkanal ein paar Leute, die ein Spanferkel grillen. Sicher ist heute abend ein kleines Fest, denn es ist Wochenende. Wir erwägen kurz zu bleiben, müssen aber weiter, denn unser Streckenvorsprung ist mittlerweile fast aufgebraucht.

Wir biegen am Kanalkilometer 227,6 ab und biegen in den Saarkanal ein. Am Port de Houillon (Saarkanalkm 2,0) legen wir gegen 16 Uhr 15 an. Es gibt wieder lecker Vodka-Lemon als Anlegedrink.

Dauerlieger des Hafens nehmen uns in Empfang und verwickeln uns gleich in ein Gespräch über gemeinsame Bekannte. Die Liegegebühr beträgt 15€, Duschen, WC, Strom, Wasser sind inklusive. Im nahegelegenen Étang gehen wir noch mal kurz baden und duschen dann in der Hafenanlage. Für die Liegegebühr von 15€ empfinde ich die Sanitären Anlagen für verbesserungs- und renovierungswürdig. In Metz und Nancy haben wir für weniger Geld besseren Anlagen erlebt. Nebenbei wurden wir unfreiwillig Zeuge einer unschönen Situation mit der luxemburgischen Crew eines Charterbootes, die nach dem Service der Anlage fragten und von den Betreibern unschön behandelt wurden. Dies hat dazu geführt, dass das Boot wieder ablegte und sich einen anderen Platz suchte.

Auf der Marlin wurde derweil lecker Spaghetti all'arrabiata zubereitet und später gemeinsam verspeist. Gute Nacht Elisabeth, gute Nacht John-Boy ...

16. Reisetag: 16.08.2013 Parroy – Niderviller-Altmuhl

Wir legen um 9 Uhr 50 bei Kanalkilometer 199,9 ab und begeben uns auf die Route Richtung Schiffshebewerk Arzviller. Wir wissen seit Juli, dass das Hebewerk durch einen Unfall außer Betrieb ist, wollen uns dies jedoch mit eigenen Augen ansehen und machen noch einen Schlenker in diese Richtung. Wir passieren die Schleusen 15 – 7 (9) und die 16m hohe Schachtschleuse aufwärts, insgesamt also 10 Schleusen an diesem Tag.

Seit Tagen erzählt uns Chris, dass er von Bremsen geplagt wird, aber wir selbst haben bis heute noch kein einziges Tier entdeckt. Heute sollen wir aber eines Besseren belehrt werden und auch wir werden von Bremsen geplagt und gestochen. Wir fahren wieder durch eine wunderschöne Kanalgegend, teilweise könnte man denken, man ist im Urwald unterwegs.

Nach unserem Flussführer sollte sich in Niderviller-Altmuhl ein Hafen mit Versorgungsmöglichkeiten befinden. Die Häfen von Hesse und Niderviller lassen wir liegen, weil wir am nächsten Morgen durch die Tunnel zum Hebewerk wollen. Tatsächlich hat der Hafen von Niderviller-Altmuhl keine Versorgung. Dies ist nach Angaben eines ortsansässigen Anglers zwar alles vorbereitet, aber seit ca. 3 – 4 Jahren gibt es dort keine Infrastruktur. Jedoch liegt man hier im Hafenbecken am Steg ruhig und es gibt die Möglichkeit, zu grillen und auf einer Kanadabank zu sitzen. Uns genügt das für heute völlig, denn die anderen beiden Häfen sind mit Charterbooten voll, die am morgigen Samstag abgegeben werden müssen. Wir legen also an den Stegen dieses ruhig gelegten Hafens an und grillen am Abend. Wir sind froh, dieses ruhige Plätzchen gefunden zu haben. Zudem ist es die beste Ausgangsposition für den morgigen Ausflug (Kanalkilometer 247,2).

Donnerstag, 15. August 2013

15. Reisetag: 15.08.2013 Einville-au Jard – Parroy

Wir wollen heute einen gemütlichen Badetag einlegen und fahren eilig gegen 11 Uhr 20 bei Kanalkilometer 190,7 los. Hintergrund ist der, dass seit Nancy die Anzahl der Charterboote stark zugenommen hat und wir nicht mit ihnen gemeinsam schleusen wollen. Wir sind zwei Boote und aufeinander eingestimmt, da brauchts keine Komplikationen durch Charterboote. Da ein Charterboot gerade den Motor anließ um abzulegen, legen wir kurzfristig ab, um ihnen an der nächsten Schleuse zuvor zu kommen. Das klappt dann auch.

Wir passieren die beiden Schleusen nach Parroy problemlos und sind gegen Mittag dort. Der Ort bietet laut Flußführer Badegelegenheit im angrenzenden See und wir stimmen uns darauf ein, einen faulen Tag einzulegen, den wir uns verdient haben. In unserer Bilanz haben wir bereits 3 Tage erwirtschaftet, so dass wir uns diesen faulen Tag gönnen können. Nach dem Anlegen packen wir unseren Proviant aus und schmausen an Land auf einer Kanadabank, die zum Campingplatz gehört. Es kommen einige Charterboote dazu, legen wieder ab und wir beobachten dieses Treiben.

Reisen macht müde und wir machen auf der Wiese eine kleine Siesta. Die Capitainerie ist geschlossen, wir warten, bis die Chefin kommt. 5€ zahlen wir pro Boot pro Nacht plus Jetons für Strom und Wasser. Duschen und Toiletten sind in den 5€ inklusive. Wir haben wieder ein großes Los gezogen. Über die Liegegebühren in diesem Urlaub können wir uns wirklich nicht beschweren.

Nach unserer Siesta begeben wir uns an den Badesee und wollen noch einen Geocache suchen. Der Badesee ist ein schöner See, aber den Namen Badesee hat er eigentlich nicht verdient. Überall am Ufer wächst Schilf und es gibt kaum Gelegenheiten, ins Wasser zu gehen. Die wenigen Stege sind offensichtlich privat und eine Einstiegsstelle ziemlich veralgt. Dennoch kommt Luna auf ihre Kosten und kann nach Herzenslust ins Wasser springen und Stöckchen bringen. Der Rundweg ist leider kein Rundweg um den See herum, so dass wir dieselbe Strecke wieder zurück laufen. Das Gebiet ist jedoch schon alleine wegen der Vogelbeobachtungsstelle interessant zu erlaufen. Das lohnt sich auf jeden Fall!

Wir kommen gegen 20 Uhr am Abend zu unseren Booten und nehmen noch einen Salat zu uns. Wir veranstalten noch eine kleine dégustation, denn wir haben zwei verschiedene Feigenkonfitüren aus dem Intermarché mitgebracht, die nun um die Gunst des gekauften Käses ringen müssen. Zu einer Entscheidung sind wir leider heute nicht gekommen, der Test wird morgen früh mit Baguette fortgesetzt. Es ist ziemlich kalt heute abend und so ziehen wir uns bereits gegen 22 Uhr frierend in die Boote zurück. Gute Nacht, John-Boy, gute Nacht, Elisabeth!

14. Reisetag: 14.08.2013 Nancy – Einville-au Jard

Heute brauchen wir, um unseren Rhythmus zu finden etwas länger und legen so gegen 11 Uhr in Nancy ab. Wir wollen noch Frisches zum Grillen einkaufen, denn die Einkaufsmöglichkeiten und die Anlegemöglichkeiten sind auf dem Kanal de la Marne au Rhin auf diesem Streckenabschnitt beschränkt. Zwischen dem Stadthafen Nancy und dem Kanal in Richtung Osten gibt es zwei große Supermärkte, Auchan und Intermarché. Wir entschließen uns für den Intermarché. Die Anlegemöglichkeiten sind zwar nicht besser, aber die Rückseite dieses Marktes ist nicht so stark vermüllt wie hinter Auchan. Dort leben anscheinend Dauercamper, dem Ansehen nach Rumänen oder Ähnliches, im Wasser sind leere Flaschen und Müll zu Hauf, wir fahren einen regelrechten Slalom. Wir entschließen uns also für den Intermarché, allerdings ist hier die Rückseite auch mit Glasscherben übersät, so dass wir Luna nicht frei laufen lassen können.

Nach dem Einkauf verlassen wir diese Zivilisation und machen uns auf den Weg. 9 Schleusen passieren wir heute noch. Seit wir in diese Richtung fahren, mehren sich die gemieteten Boote. Wir beobachten deren Fahrkünste und entscheiden uns dafür, mit solchen Booten nicht gemeinsam zu schleusen. Das funktioniert auch gut so. Gegen 18 Uhr passieren wir Schleuse 18 und legen am kommunalen Anleger von Einville-au Jar an. Hier gibt es Duschen, Toiletten und eine Möglichkeit, sich zu setzen. Gegen Jetons, die man in etlichen Geschäften kaufen kann (ich entscheide mich für den Bäcker, der ist am nächsten) kann man Strom und Wasser ziehen, sowie duschen. Pro 300l Wasser oder 4h Strom für einen Jeton zahlt man 2,50€, dafür keine Liegegebühr. Der Liegeplatz ist zwar parallel zur Straße, die ist aber am Abend kaum befahren und stört nicht. Nach einem weiteren schönen Grillabend verabschieden wir uns in die Kojen. Gute Nacht, John-Boy, gute Nacht, Elisabeth!

Mittwoch, 14. August 2013

13. Reisetag: 13.08.2013 Nach Schleuse 8 Canal de jonction (Embrachement) – Nancy 

Wir liegen zwischen Schleuse 8 und 9 im Canal de jonction, weil wir es nicht geschafft haben, alle Schleusen in einem Rutsch vor 18 Uhr zu durchfahren. Nachdem die Erdhaken angebracht waren um die Boote zu befestigen, lag es sich in der Natur recht ruhig und entspannt. Moni ist mit Luna zum Joggen am Treidelpfad aufgebrochen und wir anderen drei frühstücken. Nachdem das Frühstück und die erforderlichen Sitzungen beendet sind, geht es gegen 9 Uhr 30 los. Unsere Schleuse gibt schon seit einer halben Stunde überhaupt ein Signal, will heißen, ist schon in Betrieb.

Wir nehmen dann die Schleusen 9 bis 13 in einem Rutsch. Jedoch die letzte macht wieder Zicken und die Lichtschranke muss wieder mal ausgetrickst werden. Das funktioniert dann auch und wir fahren in den Rhein-Marne-Kanal Richtung Nancy ein, der bei km 154,6 liegt. Wir haben Glück, aufgrund unserer frühen Ankunftszeit in Nancy gegen Mittag sind zwei Liegeplätze im Bassin St. Georges, städt. Hafen (km 163,7) frei und wir legen gegen 12 Uhr 20 an.

Wir nehmen einen Anlegedrink (Wodka-Lemon: die Mittagsmischung) und einen Snack ein. Der Hafenmeister ist weit und breit nicht zu sehen, also machen wir erst mal einen Stadtrundgang und eine –fahrt mit einem Bähnchen, um uns die Sehenswürdigkeiten anzusehen. Der Place Stanislas ist absolut sehenswert, auch die kleinen Gassen der Altstadt. Wir treffen bei unserer Rückkehr den Hafenmeister an und können uns anmelden. Er empfiehlt uns die Lightshow an der Place Stanislas gegen 22 Uhr 45. Wir bezweifeln, ob wir dies angesichts unserer Müdigkeit noch schaffen. Zu Abendessen gibt es panierte Bratwurst, Rotkraut und Kartoffeln und Rotwein.

Wir fragen unseren Stegnachbarn, ob sich die Lightshow lohnt und er bejaht. So begeben wir uns noch mal in die Stadt und erleben eine wirklich atemberaubende Lightshow, in der die Gebäude rund um den Platz professionell in Szene gesetzt werden. Ein absolutes Muss für die Nancy-Besucher!

Montag, 12. August 2013

12. Reisetag: 12.08.2013 Toul – nach Schleuse 8 canal de jonction

Wir stehen früh auf, weil wir heute einiges vorhaben. Ich muss gegen 8 Uhr am Morgen aufstehen, um zu telefonieren. Eine Unzeit für mich im Urlaub! Normal stehe ich gegen 6 Uhr am Morgen auf, aber 8 Uhr im Urlaub ist zu viel. Da ich den Übersetzerjob gezogen habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als unsere Internetrecherche hinsichtlich eventuell geschlossener Kanalabschnitte aufgrund mangelnden Wassers hin durch meinen Charme bei den Franzosen zu überprüfen. Die sagen, der Kanal sei uneingeschränkt nutzbar. Wasser fehlt keines, also wir müssen die große Route fahren. Ein Trostpflaster haben sie allerdings für mich: Die Schleuse öffnet erst ab 9 Uhr. Die Herren wissen es nicht, sie haben mein Frühstück gerettet. Ich bin wirklich noch sehr müde, als ich im Hafen an unseren Steg zurückkomme. Unsere netten Kölner Nachbarn von der Charlotte sind auch schon wach und die Hundebesitzer waren schon Gassi. Nun denn, wir pfeifen uns unseren Kaffee und unser Frühstück rein und machen uns bereit zum Ablegen. Unsere Teilzeitmitfahrer von der Josie sind schon um zehn vor neun an der Schleuse und brausen davon. Ich halte mit dem Schleusenwärter der Schleuse am Hafen noch einen kurzen Smalltalk und dann sind wir auch schon aus Toul raus.

Wir fahren durch die wunderschöne Landschaft des Endes der schiffbaren Mosel. Ich fahre erstmalig seit Bestehen meines Führerscheins eine längere Strecke. Es ist nicht viel, vielleicht ein paar Kilometer, aber dennoch, schließlich übernehme ich mit meinem Übersetzerjob noch das Funken mit der Schleuse und bin entsprechend mit Aufgaben betraut (kochen und sonstige Frauenarbeiten gehören natürlich auch dazu).

Wir versuchen heute unser sportliches Programm bis Nancy zu stemmen, schaffen es aber nicht ganz. In Neuves Maisons bekommen wir vom Schleusenwärter eine Fernbedienung, mit der wir die Schleusenöffnung aktivieren können. Jedoch funktioniert das bereits bei der zweiten Schleuse dieser Leiter von 18 nicht und wir verlieren eine Stunde. Wir fahren weiter und schleusen dann nach N° 5 wieder abwärts. Die Männer machen sich einen Spaß daraus und schleusen alleine. Nach Schleuse N° 6 abwärts kommt jemand von der VNF und teilt uns mit, es sei nun Feierabend und wir müssten uns einen Anlegeplatz suchen, weil wir vor 18 Uhr nicht mehr durch die Leiter durchkommen. Wir beschließen, nach Schleuse N° 8, mittlerweile bei Regen, mit Erdhaken anzulanden und uns was zu kochen. Insgesamt haben wir heute 21(!) Schleusen durchfahren. Zum Anlegen gibt es wieder Wodka Lemon und heute kochen wir Spagetti mit Thunfisch. Morgen früh um 9 Uhr sind wir wieder auf der Piste und es geht weiter Richtung Nancy.

Sonntag, 11. August 2013

11. Reisetag: 11.08.2013: Pont à Mousson – Toul

Nachdem wir mit unseren australischen Nachbarn am Vorabend wirklich viel gelacht haben, machen wir uns nach dem Duschen im Hafen (übrigens wieder mal sehr gute sanitäre Einrichtungen) um 10 Uhr 10 auf den Weg Richtung Toul. Wir fahren also von Moselkilometer 237,5 durch die kanalisierte Mosel durch traumhafte Flusslandschaften in Richtung Süden. Dabei passieren wir 8 (!) Schleusen, die letzten drei sind automatische Pénichenschleusen, also recht eng. Wir waren heute mit 3 Booten unterwegs und in den letzten, kleinen Schleusen war es recht „stürmisch“ geworden. Durch den Schwall des Wassers waren wir als erstes Boot besonders betroffen. Es war recht schwierig, das Boot nah an der Schleusenwand zu halten. Letztendlich ist es gelungen, jedoch haben wir in der letzten Schleuse die Leine mit dem Schleusenhaken in der Leiter verloren, wir bekamen sie einfach nicht mehr heraus. Als wir dann nach dem Anlegen im Hafen direkt dahinter bei Moselkilometer 371,0 mit einem Bootshaken zur Schleuse gehen, gelingt es mit Hilfe eines Schleusenbediensteten, den Haken zu bergen.


Hätten wir es nicht geschafft, hätte er veranlasst, das Wasser aus der Schleuse zu lassen. Hierfür ein herzliches Dankeschön!

Insgesamt muss ich sagen, haben wir bisher die besten Erfahrungen mit dem Schleusenpersonal und auch mit anderen Begegnungen mit Franzosen gemacht. Die Schleusenwärter sind durchweg freundlich und wir konnten bisher immer direkt schleusen. Alles eine Frage der Höflichkeit und des Entgegenkommens.

In Toul angekommen, haben wir nette Gespräche mit unseren Stegnachbarn aus Köln und aus England gehabt. Das Städtchen ist umrandet von einer Stadtmauer und wirklich kuschelig. Leider waren die Kirchen schon geschlossen, auch ansonsten war im Städtchen nicht allzu viel los. Wir haben dennoch ein kleines italienisches Lokal gefunden und konnten dort Pizza essen.

Im Hafen gibt es übrigens wieder sanitäre Anlagen, auch Duschen und sogar WiFi. Den Code hierfür bekommt man auf Anfrage. Alles in allem wieder ein (doch noch) gelungener Tag, nachdem der Haken wieder geborgen werden konnte. 

10. Reisetag: 10.08.2013: Metz – Pont à Mousson

Wir wachen auf, nutzen noch mal die wirklich gut ausgestattete Capitainerie des Hafens in Metz an der schönen Promenade und duschen (gestern konnte ich Handtücher dort waschen und einen Wäschetrockner haben sie auch!). Leider ist beim Transport der frischen bestickten Handtücher eines ins Wasser gefallen und konnte in einer einmaligen Rettungsaktion per Bootshaken wieder herausgefischt werden. Allerdings war dieses Tuch dann schmutziger als jemals zuvor J .

Nach Dusche und Frühstück also begeben Chris und ich uns entlang der Mosel direkt in die Innenstadt zur Markthalle. Dort holen wir noch frischen Fisch für den Abend zum Grillen. Diesmal soll es eingelegter Lachs und Heilbutt sein.

Gegen 11 Uhr legen wir ab und passieren 2 Schleusen: Ars-sur-Moselle und Pagny-sur-Moselle. Auch hier kommen wir prima durch und kommen um 14 Uhr 45 in Pont à Mousson (Moselkilometer 327,5) an. Unsere Nachbarn sind lebenslustige Australier, die uns gleich freundlich begrüßen und beim Anlegen helfen. Als Anlegedrink gibt es Sekt mit Johnannisbeerlikör, der erst beim zweiten Anlauf schmeckt, weil die erste Flasche Johannisbeerlikör bereits bessere Zeiten erlebt hatte. Zum Glück haben wir ein breites Repertoire aus unserem Wohnzimmerschrank mitgenommen. All das will abgearbeitet sein. Die erste Version Johannisbeerlikör stiften wir der Mosel, die es dankbar in sich aufnimmt.

Für das Abendessen fehlt uns noch ein grüner Salat und so begeben wir uns ins Ort zum Einkaufen. Am Marktplatz gibt es einen Bioladen und einen Carrefour in dem wir uns mit den Dingen des täglichen Bedarfs einrichten.

Am Abend wird der Fisch aus Metz gegrillt und schmeckt einfach herrlich.

Freitag, 9. August 2013

9. Reisetag: 09.08.2013 Metz

Wir liegen in Metz in einem wunderschönen Hafen, eingebettet in die Natur und stadtnah. Gestern haben wir schon einen kleinen Stadtrundgang gemacht und die Markthalle entdeckt, die wirklich einiges an kulinarischen Köstlichkeiten zu bieten hat. Der Hafenmeister, le capitain, ist sehr freundlich und hilfsbereit. Die Marlin hat etwas Probleme mit der Wasserpumpe und so sind eigens Mechaniker aus der Heimat (Klaus und Ursel) angereist, um Hilfe zu leisten.
Diejenigen von uns, die nicht mit der Reparatur der Wasserpumpe beschäftigt sind, machen sich auf den Weg, mit einem Bähnchen eine Stadtrundfahrt zu machen. Es gibt viel zu sehen und Metz ist ja soooo interessant! Anschließend mache ich mich auf den Weg, Tapenade und Eingelegtes fürs Abendessen in der Markthalle einzukaufen. Wir essen achtern auf der Marlin und nehmen einen leckeren Chardonnay zu uns. Am Abend wollen wir uns noch die Luminale ansehen.

Donnerstag, 8. August 2013

8. Reisetag: 08.08.2013 Thionville –Metz

Wir sind am frühen Morgen aufgestanden, ca. 8 Uhr und haben mangels Landstrom probiert, die Kaffeemaschine mittels Inverter zu betreiben. Es hat funktioniert! Nach einem kurzen Frühstück begeben wir uns Richtung Metz. Ablegen um 9 Uhr 30 bei Moselkilometer 272,0. In gemütlicher Fahrt begeben wir uns auf den Weg über die nun kanalisierte Mosel. Es gibt doch tatsächlich Strecken, auf denen nur 2 (!) km/h erlaubt sind. Wie soll man denn so langsam fahren? Hinter der Brücke vermute ich einen Blitzer, aber Glück gehabt, kein Blitzer unterwegs! 3 Schleusen schaffen wir an diesem Tag: Richemont, Talange und Metz. Wir rauschen wieder so durch die Schleusen. An dieser Stelle vielen Dank an die wirklich netten Schleusenwärter Frankreichs. Wir legen gegen 13 Uhr 30 in Metz an und bekommen als Anlegedrink Rum, Kirschsaft und Ananas-Kokossaft. Sehr lecker! Gruß und Danke an die Barmixerin!
Wir begeben uns in die Stadt und besichtigen noch die Kathedrale St. Etienne und die Markthalle. Wir bekommen frisch gemachtes Rinderhack und zum Abend gibt es lecker Rotwein und Spaghetti Bolognese.
Der Hafenmeister ist sehr freundlich und macht uns Damen, weil wir so charmant sind, einen Sonderpreis für die beiden Nächte. Wir wollen die nächste Nacht auch noch in Metz bleiben, denn Chris‘ Eltern kommen zu einem Kurzbesuch vorbei. Außerdem ist am Wochenende Luminale und wir freuen uns über die touristische Attraktion. Morgen gehen wir noch mal in der Markthalle vorbei und werden lecker Fisch zum Grillen für die nächsten Tage einkaufen. So, nach 2 Rotwein muss noch etwas gechattet werden, die Freunde brauchen etwas Entertainement :) Ganz liebe Grüße nach Hause. Und übrigens Mam: Immer das Telefon auf die Ladeschale legen, sonst klappt es nicht mit dem Telefonieren! Gute Nacht, John-Boy, gute Nacht, Elisabeth!

P.S. 1: Aufgrund der eingeschränkten Datenverbindung gibt es derzeit keine Bilder. Sie werden nachgeliefert, wenn wir wieder in Deutschland sind.

P.S. 2: Warum schreibt Ihr keine Kommentare zu meinem Blog? Ich würde mich darüber sehr freuen und Eure Meinung erfahren.


Mittwoch, 7. August 2013

7. Reisetag: 07.08.2013 Schwebsange – Thionville (Frankreich)


In Schwebsange bei Moselkilometer 237,0 nehme ich in einer wirklich feudalen Anlage eine
Dusche bevor es weitergeht. Ich bin froh darüber diese Gelegenheit genutzt zu haben. Die
Waschgelegenheiten hier im Hafen sind wirklich super, supermodern und supersauber.
Lediglich die Duschintervalle sind zeitlich etwas kurz bemessen, aber dann drückt man halt
öfter auf den Duschknopf. Wir tanken nur 168 Liter Diesel, d. h. mehr haben wir von zu
Hause bis hier her nicht gebraucht. Wir sind positiv überrascht. Die Dieselpreise der
Bootstankstellen entsprechen exakt den Preisen an den Autotankstellen in Luxemburg.
Heute sind das pro Liter 1,229€. Wir sind zufrieden, tanken voll und legen gegen 11 Uhr ab.
Recht spät ist es schon, aber die Schleusen sind uns heute wieder gütlich gestimmt und wir
schaffen die Schleusen ohne längere Wartezeiten:
Schleuse Apach (F): Noch schnell mangels französischer Fahne aus der Luxemburger Fahne mit Nadel und Faden eine französische Tricolore gebastelt und ich darf auf französisch funken. Klappt alles prima, auch die Schleuse Königsmacker und die Schleuse Thionville.
Vor der Schleuse Thionville wartend werden wir von den ausfahrenden Booten darauf
hingewiesen, unsere Rettungswesten anzulegen. Auch ein Blick in den Flussführer kann
nicht erklären, ob die Rettungswesten nun in jeder französischen Schleuse zu tragen sind.
Wir fahren nach Thionville und betrachten uns den städtischen Steiger im Fahrwasser der
Mosel an einer Grünanlage. Die Stege sind recht nett, jedoch sind sie in der Nähe einer
Brücke und man hört wohl nachts jedes Auto. Wir entschließen uns, die Schleuse Thionville
noch zu nehmen und dahinter im Hafen anzulegen. Gesagt getan. Jedoch sind die
Anlegemöglichkeiten zwar ruhig aber bescheiden. Wir legen an einer Spundwand an, ohne
Strom und Wasser und hier ist es wirklich nicht berauschend. Das Boot müssen wir mit
Erdhaken zusätzlich sichern, weil es kaum Poller oder Haken gibt. Die Alternative wäre eine
Spundwand an der Seite des VNF (voies navigables de France), auch nicht gerade berühmt.
Hier sind die Poller recht weit auseinander, also eher für Berufsschiffer geeignet.
Letztendlich haben wir gegen 16 Uhr bei Moselkilometer 272,0 angelegt. Wir kaufen die
Vignette für 30 Tage Frankreich. Wir benötigen zwar nur ca. 10 Tage, aber ansonsten
könnten wir nur eine Vignette für 3 Tage lösen. Das wäre definitiv zu wenig. Die Frau am
Schalter ist sehr freundlich zu uns und wir verabschieden uns – wir mit 103€, die Marlin mit
130€ weniger aus dem Büro. Wir traben zurück ans Boot und machen noch einen
Landspaziergang ins Städtchen, das zwar nett ist, aber keine touristische Attraktion. Will
heißen: Man kann die Besichtigung Thionvilles ruhig auslassen auf der Tour und sich
wichtigeren Orten widmen. Wir nehmen in einem Lokal in der Fußgängerzone noch einen
Salat und die Damen etwas Rotwein, die Herren etwas Bier zu uns und begeben uns zurück.
Es ist noch alles da, was wir am frühen Abend verlassen haben, die Gegend erschien uns
etwas fragwürdig. Aber in Ermangelung eines besseren Liegeplatzes nehmen wir die
Umstände für diese Nacht in Kauf und freuen uns auf Metz, das wir morgen erreichen
werden.

6. Reisetag: 06.08.2013 Schweich – Schwebsange (Luxemburg)




Gestern Abend hat es gewittert und geregnet. Wir nehmen uns wieder vor, früh aufzustehen, um die Strecke bis Schwebsange, wo sich auch die Bootstankstelle befindet, die wir wegen der günstigeren Treibstoffpreise ansteuern wollen, zu schaffen. Letztendlich kommen wir gegen 10 Uhr 30 weg.
Die erste Schleuse (Trier) nehmen wir um 12 Uhr, wir rauschen in einer Viertelstunde regelrecht durch. Luxemburg erreichen wir um 13 Uhr. Wir legen an einer Spundwand vor dem Hafen Mertert an und begeben uns zu Fuß zu Match Copal in Mertert, ca. 1,5 km von unserem Anlegeplatz entfernt. Wir decken uns mit Kaffee und anderen nützlichen Dingen ein und schon gibt es einen mächtigen Regenguss und wir werden ziemlich nass. Es gibt einen Busverkehr zwischen Mertert Copal und der Kirche Mertert, wir hätten uns einen nassen Weg sparen können, wenn der Bus zu dieser Zeit gefahren wäre.
Abgelegt haben wir gegen 15 Uhr 30, rutschen um 16 Uhr durch die Schleuse Grevenmacher, um 17 Uhr 45 durch die Schleuse Stadtbredimus. Gegen 19 Uhr legen wir in Schwebsange im Hafen an. Fazit heute: 3 Schleusen! Schwebsange: Moselkilometer 237,0.
Heute waren uns die Schleusenwärter wohlgesinnt, vielen Dank hierfür!

Im Hafen Schwebsange treffen wir zufällig Leute aus unserer Heimat und es wird noch ein schöner Grillabend.