Mittwoch, 7. August 2013

7. Reisetag: 07.08.2013 Schwebsange – Thionville (Frankreich)


In Schwebsange bei Moselkilometer 237,0 nehme ich in einer wirklich feudalen Anlage eine
Dusche bevor es weitergeht. Ich bin froh darüber diese Gelegenheit genutzt zu haben. Die
Waschgelegenheiten hier im Hafen sind wirklich super, supermodern und supersauber.
Lediglich die Duschintervalle sind zeitlich etwas kurz bemessen, aber dann drückt man halt
öfter auf den Duschknopf. Wir tanken nur 168 Liter Diesel, d. h. mehr haben wir von zu
Hause bis hier her nicht gebraucht. Wir sind positiv überrascht. Die Dieselpreise der
Bootstankstellen entsprechen exakt den Preisen an den Autotankstellen in Luxemburg.
Heute sind das pro Liter 1,229€. Wir sind zufrieden, tanken voll und legen gegen 11 Uhr ab.
Recht spät ist es schon, aber die Schleusen sind uns heute wieder gütlich gestimmt und wir
schaffen die Schleusen ohne längere Wartezeiten:
Schleuse Apach (F): Noch schnell mangels französischer Fahne aus der Luxemburger Fahne mit Nadel und Faden eine französische Tricolore gebastelt und ich darf auf französisch funken. Klappt alles prima, auch die Schleuse Königsmacker und die Schleuse Thionville.
Vor der Schleuse Thionville wartend werden wir von den ausfahrenden Booten darauf
hingewiesen, unsere Rettungswesten anzulegen. Auch ein Blick in den Flussführer kann
nicht erklären, ob die Rettungswesten nun in jeder französischen Schleuse zu tragen sind.
Wir fahren nach Thionville und betrachten uns den städtischen Steiger im Fahrwasser der
Mosel an einer Grünanlage. Die Stege sind recht nett, jedoch sind sie in der Nähe einer
Brücke und man hört wohl nachts jedes Auto. Wir entschließen uns, die Schleuse Thionville
noch zu nehmen und dahinter im Hafen anzulegen. Gesagt getan. Jedoch sind die
Anlegemöglichkeiten zwar ruhig aber bescheiden. Wir legen an einer Spundwand an, ohne
Strom und Wasser und hier ist es wirklich nicht berauschend. Das Boot müssen wir mit
Erdhaken zusätzlich sichern, weil es kaum Poller oder Haken gibt. Die Alternative wäre eine
Spundwand an der Seite des VNF (voies navigables de France), auch nicht gerade berühmt.
Hier sind die Poller recht weit auseinander, also eher für Berufsschiffer geeignet.
Letztendlich haben wir gegen 16 Uhr bei Moselkilometer 272,0 angelegt. Wir kaufen die
Vignette für 30 Tage Frankreich. Wir benötigen zwar nur ca. 10 Tage, aber ansonsten
könnten wir nur eine Vignette für 3 Tage lösen. Das wäre definitiv zu wenig. Die Frau am
Schalter ist sehr freundlich zu uns und wir verabschieden uns – wir mit 103€, die Marlin mit
130€ weniger aus dem Büro. Wir traben zurück ans Boot und machen noch einen
Landspaziergang ins Städtchen, das zwar nett ist, aber keine touristische Attraktion. Will
heißen: Man kann die Besichtigung Thionvilles ruhig auslassen auf der Tour und sich
wichtigeren Orten widmen. Wir nehmen in einem Lokal in der Fußgängerzone noch einen
Salat und die Damen etwas Rotwein, die Herren etwas Bier zu uns und begeben uns zurück.
Es ist noch alles da, was wir am frühen Abend verlassen haben, die Gegend erschien uns
etwas fragwürdig. Aber in Ermangelung eines besseren Liegeplatzes nehmen wir die
Umstände für diese Nacht in Kauf und freuen uns auf Metz, das wir morgen erreichen
werden.

1 Kommentar:

  1. Lasst Euch viel Zeit in Metz. Es gibt bestimmt viel zu sehen. In Bretzenheim u. Finthen ist alles O.K. Weiterhin viel Spaß.

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